Virtuelle Welten – Mitarbeiterbefragung 2012 offenbart die Zustände im Zoll

11.10.2012.  Der Veröffentlichung von Befragungsergebnissen darf man getrost mit einer Portion Skepsis entgegensehen. Das bestätigt nun auch wieder die Mitarbeiterbefragung des Zolls. Baute man zunächst mit Ankündigungen und einer „Top-Story“ im Mitarbeitermagazin den Spannungsbogen auf, enttäuscht die jetzt veröffentlichte Präsentation der Auswertung. Mit großem Aufwand hat man festgestellt, dass die Beschäftigten in der ersten Hälfte ihres Berufslebens großen Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen. Darauf hätte man durchaus auch durch einfache Überlegungen kommen können. Auch, dass in Mittelbehörden die Arbeit und das Image des Zolls anders wahrgenommen werden, als an der Basis – dort wo kontrolliert, ermittelt und abgefertigt wird – überrascht nicht wirklich. Nicht ohne Grund schüttelt man im real erlebten Berufsalltag zuweilen nur noch den Kopf über Entscheidungen und Vorgaben aus der fachtheoretischen Führungsetage.

Ärgerlich und besondere Bestätigung für die Skepsis gegenüber solchen Befragungen ist jedoch die Unterstellung, mit zunehmenden Berufsjahren würden die Kolleginnen und Kollegen die Philosophie des „Zolls als Partner der Wirtschaft“ mittragen. Tatsächlich wurde gefragt, ob der Zoll das Ziel „Partner der Wirtschaft“ erfülle. Es wurde jedoch ausdrücklich nicht gefragt, ob man für dieses Ziel Verständnis hätte. Und so erklärt sich dann auch der offensichtliche Abstand zwischen positiven Antworten und negativen Bemerkungen in den Freitexten. Berufserfahrende Kolleginnen und Kollegen bemerken nämlich, dass der Zoll sich mehr und mehr entgegen seinem gesetzlichen Auftrag als Partner der Wirtschaft vermarktet. Zugleich machen sie aber ihrem Unmut über diese fehlgeleitete Interpretation der Aufgaben des Zolls Luft.

Die Mitarbeiterbefragung war und ist eine Chance, Ursachen für die vernichtende Einstellung von fast der Hälfte der Beschäftigten, die heute mit ihrer einstigen Berufswahl hadern, zu ergründen und Lösungen zu finden. Dabei kommt es auf die Vorbildfunktion der Führungskräfte an. Dies gilt ganz besonders für die Tugend der Ehrlichkeit. Die ministerielle Leitung ist deshalb aufgefordert, gerade mit den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung offen und ehrlich umzugehen. Es nutzt niemanden, Ergebnisse schön zu reden oder gar aus kosmetischen Gründen zu verdrehen. Und es sei auch jetzt schon darauf hingewiesen, dass es bei erkennbaren fatalen Ergebnissen in einzelnen Dienststellen nicht darauf ankommt, Bauernopfer zu suchen.

Zur Mitarbeiterbefragung und deren Auswertung durch die Steuerungsunterstützung Zoll werden wir in Kürze ausführlich Stellung nehmen und gemeinsam mit unserer Personalräten deren Aufarbeitung einfordern und unterstützen.

 

Info aktuell 19/12

Info aktuell 19/12 (online)


Themenbereich: BZG Zoll (Bundesfinanzpolizei) | Drucken

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