Mangelwirtschaft gefährdet Aus- und Fortbildung

Die Festlegung von sogenannten „Hotspots“ (Dienststellen mit besonders dringendem Personalbedarf) und die dem Personal- und Ressourcenmangel geschuldete Priorisierung von Aufgaben hat sich zu einem „Teufelskreis“ entwickelt. Das Stopfen eines Loches hier, reißt ein noch größeres Loch dort. Nicht zuletzt aufgrund des Personal- und Raumbedarfes für den „Hotspot“ Financial Intelligence Unit (FIU) kommt es zunehmend zu Einschränkungen in der Fortbildung des Zollfahndungsdienstes. Die Folgen bedrohen die Funktionsfähigkeit der Zollfahndung. Darauf weist der Vorsitzende der GdP-Kreisgruppe Sachsen-Thüringen, Ekkehart Kämmerer, hin.

Nachwuchskräfte, die nach bestandener Laufbahnprüfung an ein Zollfahndungsamt versetzt werden, sowie Kolleginnen und Kollegen, die aus anderen Aufgabenbereichen des Zolls in die Zollfahndung wechseln, müssen zunächst eine grundlegende Ausbildung durchlaufen. Doch nach Beobachtungen des langjährigen Personalratsvorsitzenden Kämmerer warten die „Neuen“ inzwischen mehrere Jahre auf einen Platz in der Fortbildung „Einsatzlehre und Bewaffnung“ sowie „Einführung in den Zollfahndungsdienst“. Aber auch notwendige Spezialisierungen in neuen Tätigkeitsfeldern liegen auf Eis. Für die Ermittlungen im „Darknet“ stehen Personal und Hardware bereit. Allein an Software und notwendiger Schulung mangelt es.

„Insbesondere bei kleineren Zollfahndungsämtern führen die Engpässe in der Fortbildung zu großen Problemen in der Aufrechterhaltung des geregelten Dienstbetriebes und der Sicherstellung der vollumfänglichen Aufgabenerfüllung“, beklagt Kämmerer. Als Ursachen macht er neben der scheinbar nicht nur vorübergehenden Unterstützung der FIU u.a. auch den ebenfalls wohl zum Normalfall werdenden Einsatz von Nachwuchskräften in „Hotspots“ aus. Für ihn steht fest: „Mangel beheben statt verwalten lautet deshalb unser Arbeitsauftrag an die Oberbehörde!“

„Die Sorgen der Kolleginnen und Kollegen in Dresden sind berechtigt und nachvollziehbar“, bestätigt GdP-Zoll-Chef Frank Buckenhofer. „Dabei ist Dresden jedoch bei weitem kein Einzelfall. Heute wirken sich Fehlentscheidungen in der Ausrichtung der Aus- und Fortbildung aus,“ erläutert Buckenhofer. Die Gewerkschaft der Polizei hatte u.a. vor der Herauslösung der „Eigensicherung und Bewaffnung“ aus der Ausbildung gewarnt. „Es reicht nicht aus, dem Zoll das dringend benötigte Personal zuzuführen. Der Zoll muss unseren Nachwuchs auch schnell und zielgerichtet zu Vollzugsbeamten ausbilden“, stellte Buckenhofer klar.

Quelle: GdP-Bezirksgruppe Zoll (Bundesfinanzpolizei)


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